Ölpreis und Förderung prägen die Debatte
Die Aktie legte innerhalb einer Woche um 6,0 Prozent zu; zuletzt erreichte das Handelsvolumen das 1,3-Fache des Wochendurchschnitts. Im wallstreetONLINE-Forum diskutierten an fünf Tagen 25 Nutzer in 54 relevanten Beiträgen über das Unternehmen. Optimistische Teilnehmer setzen darauf, dass höhere Verkaufspreise und zusätzliche Fördermengen eine erneute Anhebung der Prognose ermöglichen.
Dem stehen Warnungen vor sinkenden Ölpreisen gegenüber: Ein großer ungesicherter Produktionsanteil könnte zwar von hohen Marktpreisen profitieren, bei einem Preisrückgang aber das Ergebnis belasten. Auch die These, der Wiederaufbau von Ölreserven werde die Nachfrage länger stützen, stammt aus der Community. Die damit verbundenen geopolitischen Szenarien und Erwartungen an die Preisentwicklung sind nicht gesichert.
Welche Erwartungen das Unternehmen veröffentlicht hat
Die Deutsche Rohstoff AG erhöhte ihre Prognose am 5. August 2026. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand im Basisszenario mit 300 bis 320 Mio. EUR Konzernumsatz und 380 bis 400 Mio. EUR EBITDA. Zugrunde liegen ein WTI-Ölpreis von 75 USD je Barrel, ein Gaspreis von 3,50 USD je MMBtu und ein EUR/USD-Wechselkurs von 1,15. Bei 85 USD je Barrel Öl und 4,00 USD je MMBtu Gas sieht das erhöhte Szenario 320 bis 340 Mio. EUR Umsatz sowie 400 bis 420 Mio. EUR EBITDA vor.
Die im August angehobene Prognose umfasst auch 2027. Für dieses Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen im Basisszenario 320 bis 340 Mio. EUR Umsatz und 240 bis 260 Mio. EUR EBITDA. Im erhöhten Szenario liegen die Spannen bei 370 bis 390 Mio. EUR Umsatz und 280 bis 300 Mio. EUR EBITDA.
Zur Förderung liegen ebenfalls Unternehmensangaben vor: Die US-Tochtergesellschaften erreichten im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 13.501 BOEPD, im zweiten Quartal 14.803 BOEPD. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Vorstand täglich 24.000 bis 26.000 BOEPD bei einem Ölanteil von rund 70 Prozent. Anfang August wurde das Bohrprogramm um sechs auf 32 Bruttobohrungen erweitert. Die zusätzlichen Bohrungen sollen im vierten Quartal 2026 die Produktion aufnehmen und deshalb nur anteilig zum Jahresergebnis beitragen. Die darüber hinaus im Forum diskutierten Annahmen zu Preisen, Fördermengen und einem beschleunigten Bohrprogramm sind nicht bestätigt; eine weitere Prognoseanhebung lässt sich daraus nicht ableiten.
Was über die Preisabsicherung bekannt ist
Nach Unternehmensangaben waren zum 31. Juli 2026 mehr als 1,9 Mio. Barrel Öl mit einem Mindestpreis von 72,30 USD je Barrel abgesichert. Hinzu kamen 1,4 Mio. MMBtu Erdgas zu einem Preis von 3,80 USD je MMBtu. Diese Angaben beschreiben den damaligen Stand, nicht mögliche spätere Sicherungsgeschäfte.
Für 2027 nennen Forenteilnehmer unterschiedliche Schätzungen zur Hedgequote. Ob das Unternehmen inzwischen weitere Absicherungen abgeschlossen hat, bleibt offen. Bereits erzielte Mehrerlöse können einen späteren Preisrückgang rechnerisch abfedern; sie sichern die Preise künftiger Verkäufe aber nicht vertraglich ab.
Halbjahresgewinn, Almonty-Verkäufe und Bewertung
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Deutsche Rohstoff einen Umsatz von 110,0 Mio. EUR, nach 102,3 Mio. EUR im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent. Das EBITDA erreichte 205,2 Mio. EUR gegenüber zuvor 70,5 Mio. EUR. Beim Konzernergebnis standen 134,7 Mio. EUR nach 15,5 Mio. EUR zu Buche; je Aktie waren das 28,42 EUR statt 3,20 EUR. Der durchschnittlich realisierte Ölpreis lag mit 78,4 USD je Barrel um 18 Prozent über dem Vorjahreswert.
Bis zum 30. Juni 2026 hatte das Unternehmen durch den Verkauf von 11,6 Mio. Almonty-Aktien einen Vorsteuergewinn von rund 128 Mio. EUR realisiert. Die Zahl der 2026 veräußerten Almonty-Aktien belief sich bis zum Berichtszeitpunkt auf 14,3 Mio.; davon wurden 2,7 Mio. nach dem Halbjahresende verkauft. Nicht bestätigt ist dagegen die im Forum für den 31. Oktober erwartete Wandlung von Almonty-Krediten.
Bei einer Marktkapitalisierung von 443,98 Mio. EUR beträgt das auf dem Vorjahresgewinn beruhende KGV 5,82. Die Kennzahlen haben den Stand 25. Oktober 2026, 07:00 Uhr. Das niedrige KGV ist ein Bezugspunkt der Unterbewertungsdebatte, sagt jedoch nicht aus, ob sich frühere Gewinne wiederholen lassen. Kritische Teilnehmer fordern deshalb belastbare Annahmen zu Ölpreis, Produktion und Beteiligungswerten.
Befürworter von Aktienrückkäufen erwarten davon Unterstützung für den Gewinn je Aktie. Geprüfte Angaben zu Umfang oder Umsetzung solcher Rückkäufe liegen hier nicht vor. Uneinig sind sich die Diskussionsteilnehmer auch darüber, ob ein Wechsel in ein höheres Börsensegment mehr institutionelle Nachfrage oder vor allem zusätzliche Handelsaktivität bringen würde.
Nächster Zahlentermin und Kursmarken
Für die kommende Woche richten sich die Erwartungen im Forum auf mögliche Aussagen zur Prognose, zu Absicherungen und zur Kapitalverwendung. Ein bestätigter Veröffentlichungstermin für solche Klarstellungen liegt nicht vor. Der Terminkalender von finanzen.net nennt für die Zahlen zum dritten Quartal 2026 den 17. November 2026.
Als nächste charttechnische Hürde gilt das Wochenhoch von 88,70 Euro. Auf der Unterseite dient das Wochentief von 83,30 Euro als relevante Unterstützungsmarke.






