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Israel beginnt nach tödlichem Angriff bei Hebron mehrtägigen Militäreinsatz

Israelische Sicherheitskräfte haben Hebron und das benachbarte Halhul abgeriegelt und mit Durchsuchungen begonnen. Anlass ist ein Schussangriff, bei dem am Freitagmorgen zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt wurden. Der großangelegte Anti-Terror-Einsatz soll mehrere Tage dauer…

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Durchsuchungen und Straßensperren rund um Hebron

Die Armee und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet erklärten am späten Freitagabend gemeinsam, die systematische Suche nach Waffen und Terrorinfrastruktur habe begonnen. Beides solle aufgespürt und beseitigt werden. An der Operation wirken auch die Grenzpolizei und die Zivilverwaltung mit. Nach Angaben der Sicherheitskräfte beschränkt sich dieser Einsatz auf das Gebiet, von dem aus die Angreifer operiert hätten.

In Hebron und Halhul errichteten die Einsatzkräfte Straßensperren. Wer das abgeriegelte Gebiet verlassen will, muss sich einer Befragung unterziehen und einen von drei festgelegten Ausgängen nutzen. Vorgesehen ist außerdem, am Tatort illegale Bauwerke abzureißen, die als Sicherheitsrisiko gelten.

Parallel dazu finden nach israelischen Angaben Anti-Terror-Einsätze in Dutzenden weiteren Orten im Westjordanland statt. Wie die Jüdische Allgemeine berichtet, wurden die Sicherheitsmaßnahmen auch auf Dschenin, Nablus und Jericho ausgeweitet. Zur Verstärkung kamen in mehreren Gebieten insgesamt acht weitere Kompanien hinzu, darunter Fallschirmjäger und Soldaten der Aufklärungseinheit der Nahal-Brigade.

Schüsse an einem Kontrollpunkt

Der Angriff ereignete sich am Freitagmorgen an einem Kontrollpunkt nahe Hebron. Laut tagesschau.de schossen zwei Angreifer dort mit einer Pistole und einem automatischen Gewehr auf israelische Soldaten. Nach Armeeangaben waren die beiden getöteten Soldaten 20 und 23 Jahre alt. Drei weitere wurden verletzt, bevor die Angreifer erschossen wurden.

Bei den mutmaßlich palästinensischen Angreifern handelte es sich laut Jüdischer Allgemeiner um Hamouda Wael Mohammed Jaaba und Firas Samir Mohammed Jaaba aus Hebron. Beide waren 27 Jahre alt, miteinander verwandt und jeweils Väter von zwei Kindern. Bei der anschließenden Durchsuchung ihres Fahrzeugs entdeckten Sicherheitskräfte größere Mengen an Munition und Sprengstoff.

Die Armee prüft dem Bericht zufolge zudem, ob ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP, der am Tatort anwesend war, möglicherweise im Voraus von dem Anschlag wusste.

Netanjahus Reaktion kurz vor der Parlamentswahl

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (77) erklärte, ein "schwerer Anschlag" sei vereitelt worden. Er habe die sofortige Abriegelung Hebrons sowie weitere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, um zusätzliche Terroranschläge aus dem Westjordanland zu verhindern. Nach Angaben von tagesschau.de machte er die Terrororganisation Hamas für den Angriff verantwortlich. Diese lobte die Tat in einer schriftlichen Erklärung, bekannte sich aber nicht direkt dazu.

Nach dem Angriff strich Netanjahus Likud-Partei laut FOCUS online sämtliche für Freitag vorgesehenen Wahlkampfveranstaltungen. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir verlangte die "Auflösung" der Palästinensischen Autonomiebehörde. Finanzminister Bezalel Smotrich forderte, im Westjordanland "genau wie im Gazastreifen" vorzugehen.

Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Thema im laufenden Wahlkampf. Am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, wird in Israel ein neues Parlament gewählt. Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung ist dies die erste Wahl seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. In den Umfragen liegen Netanjahus Lager um den Likud und das Oppositionslager um Herausforderer Gadi Eisenkot von der Partei Jaschar nahezu gleichauf. Der bisherigen rechten Regierung droht demnach der Verlust ihrer Mehrheit.

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