Duet arbeitet in der Cloud, braucht aber Freigaben
Claude Duet soll unter anderem Dashboards erstellen, Meetings planen und Finanzprognosen liefern. Dazu beobachtet der Agent die angebundenen Apps und stellt morgens eine Zusammenfassung bereit. Seine Arbeit auf einem Cloud-Rechner läuft auch dann weiter, wenn Nutzer die Anwendung schließen. Für persönliche Erledigungen sei Duet derzeit dagegen weniger geeignet, räumt Anthropic ein.
Zum Start ist der Zugang auf Pro- und Max-Abonnenten in den USA beschränkt, die sich über eine Warteliste anmelden müssen. Duet lässt sich auf dem iPhone, auf Android-Geräten und im Browser verwenden. Als Modell ist Claude Opus 5.5 fest vorgegeben.
Wer Claude bereits nutzt, muss nur wenig neu einrichten: Duet übernimmt die dort gespeicherten Erinnerungen, Fähigkeiten und verbundenen Dienste. Anthropics Einstiegsanleitung nennt als Anbindungen Gmail, Google Kalender, Google Drive, Slack, QuickBooks, HubSpot, Docusign und Calendly. Microsoft 365 wird bislang nicht unterstützt. Fehlt für eine Website eine direkte Anbindung, greift der Agent über einen Cloud-Browser darauf zu.
Bestimmte Schritte darf Duet nicht eigenständig ausführen. Bevor der Agent eine Nachricht verschickt, eine Zahlung auslöst, ein Dokument unterschreibt oder etwas löscht, muss er nachfragen. Wertpapiergeschäfte, Überweisungen zwischen Konten und Zugriffe auf fremde Konten sind selbst mit Zustimmung ausgeschlossen.
Muse erreicht Millionen über WhatsApp
Meta hat Muse am 8. September kostenlos in WhatsApp eingeführt. Nach Darstellung des Unternehmens richtet sich das Angebot an alle, ausdrücklich auch an Menschen mit wenig technischem Vorwissen. Nach 22 Tagen waren mehr als fünf Millionen Aktivierungen erreicht; Anfang Oktober nutzten über drei Millionen Menschen den Dienst wöchentlich.
Neuere Zahlen nannte Mark Zuckerberg am 21. Oktober bei Metas Quartalskonferenz zum dritten Quartal: Seit dem September-Start hätten mehr als zehn Millionen Menschen in den USA und Kanada einen Muse-Agenten eingerichtet. Am häufigsten werde er zum Einkaufen eingesetzt. Mehr als ein Viertel der Muse-Nutzer kaufe über die App ein, wobei die durchschnittliche Kaufsumme über 200 US-Dollar liege.
An diesen Käufen setzt auch Metas Geschäftsmodell an. Zuckerberg kündigte an, von Händlern eine kleine Provision je Transaktion zu verlangen. Für die Mehrheit der Nutzer soll Muse kostenlos bleiben.
Instinct erledigt Einkäufe und Buchungen per Nachricht
Instinct verzichtet ganz auf eine eigene App. Aufträge erhält der Agent stattdessen per WhatsApp oder iMessage, etwa für den Wocheneinkauf, die Beschaffung von Konzertkarten oder die Kündigung hartnäckiger Abos. Das Angebot ist deutlich kleiner als Muse. Nach Angaben des Gründers wickelt es dennoch bereits Transaktionen im Wert von knapp einer Milliarde US-Dollar pro Jahr ab; die Hälfte entfällt auf Reisen.
Mit einem zusätzlichen Concierge-Angebot erweitert Instinct diese Aufgaben: Der Dienst ruft im Auftrag der Nutzer bei Unternehmen an, um Buchungen vorzunehmen. Auch Instinct erprobt ein provisionsbasiertes Geschäftsmodell.
Zu den Datenschutzmaßnahmen gehören nach Unternehmensangaben isolierte Sandboxes und kurzlebige lokale Zugangsdaten. Ein neues aktives Erkennungssystem soll außerdem subtile Halluzinationen in den Antworten der Agenten aufspüren.
Hinter Instinct steht der 23-jährige Noah Shinn. Er gründete das Unternehmen 2025, nachdem er beim KI-Kundenservice-Startup Sierra gearbeitet hatte. Am 28. September 2026 meldete Instinct laut Reuters eine Series-C-Finanzierung über eine Milliarde US-Dollar von Sequoia Capital, Benchmark Capital und Coatue. Die Bewertung stieg damit auf zehn Milliarden US-Dollar und vervierfachte sich gegenüber der Series B vom August 2026. Damals hatte das Unternehmen 250 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar aufgenommen.
Dots bleibt an kostenpflichtige Abos gebunden
Wie Anthropic setzt OpenAI bei seinen Agenten auf zahlende Kunden. Dots wurde am 29. September 2026 auf der Entwicklerkonferenz DevDay gestartet und richtet sich ebenfalls an professionelle Nutzer. Die Agenten verwenden GPT-6 Astra und können über Plugins auf mehr als 4.000 Apps zugreifen.
Zum Start steht ein Agent je Konto zur Verfügung. Der erste Dot ist ohne zusätzlichen Aufpreis im Pro-Abo enthalten, das mindestens 100 US-Dollar pro Monat kostet, sowie im Business-Premium-Abo. Mit Free-, Go- oder Plus-Konten lässt sich Dots nicht nutzen.
Beim regionalen Zugang unterscheidet OpenAI zwischen den Abos: Business-Premium-Kunden können Dots in sämtlichen unterstützten Regionen einsetzen, einschließlich Europa. Pro-Abonnenten in der EU, der Schweiz und Großbritannien bleiben vorerst ausgeschlossen.






